Zumtobel, der österreichische Champion in Sachen Lichttechnik, gehört fraglos auch zu den Champions in Sachen Design von Geschäftsberichten. Kein anderes Unternehmen in Europa nutzt seinen Geschäftsbericht so konsequent als Image-Medium, kein anderes Unternehmen betritt wie Zumtobel durch die Kooperation mit internationalen Künstlern, Architekten und Designern Neuland. Wer die Geschäftsberichte von Zumtobel kennt, erwartet daher auch jedes Jahr einen Paukenschlag.
Der Bericht 2010/2011 ist deswegen eine Überraschung: Nach opulent-lauten (2009/2010) und künstlerisch-versponnenen (2008/2009) Arbeiten liegt nun ein leises, fast schüchternes Werk vor. Das japanische Architekturbüro SANAA (u.a. Pritzker-Preis 2010) zeichnet dafür verantwortlich. Die Architekten entwarfen eine Sammlung von Postkarten aus einfachen Materialien. Obwohl die Karten jeweils eine eigene Atmosphäre vermitteln, stehen sie in motivischen Zusammenhängen zueinander.
Der eigentliche Geschäftsbericht ist als Block auf Dünndruckpapier produziert worden – mit den entsprechenden Nachteilen des Materials. Die geringe Opazität stört beim Lesen. Bei den großen Abschlusstabellen hat man daher leere Seiten zwischengefügt, so dass zumindest hier der negative Durchscheineffekt nicht einsetzt.
Das Postkartenensemble bietet einen hervorragenden Eindruck vor allem in die lichtplanerische Arbeit von SANAA. Mit der Wahl der international gefeierten Architekten als Gestalter des Berichts richtet Zumtobel konsequent den Fokus auf das eigene Kerngeschäft. Licht, Transparenz, Raumfluss, Materialiät – das sind Schlagworte, die die Arbeit von SANAA charakterisieren. Zumtobel liefert die entsprechende Technik, um die minimalistischen und hochqualitativen Entwürfe der Japaner zu realisieren.