Festliches Menü und zehn Weine sorgen für die richtige Weihnachtsstimmung
Freitagabend, 17:30 Uhr. In den Räumen von FIRST RABBIT herrscht buntes Treiben. Der Koch Normen Jaeb erklärt ein sechsgängiges Menü und verteilt die verschiedenen Gänge samt Aufgaben an die Mitarbeiter. Währenddessen bereitet Geschäftsführer Dirk Röhricht alles für die erste Runde der Weinprobe vor. Dieses Jahr haben sich die Hasen viel vorgenommen. Neben der Verkostung von Weinen, die am Rhein und seinen Nebenflüssen angebaut werden, wird parallel ein weihnachtliches Menü gekocht und verspeist. Dabei stehen sich pro Gang zwei Weine gegenüber. Nach einem Riesling-Sekt von Kruger-Rumpf als Aperitif geht die kulinarische Reise los. Der Forellentartar auf Pumpernickel mit Meerrettichcrème wurde begleitet von einem 2009er Riesling Tradition (Grans-Fassian) und einem 2004er Niersteiner Pettenthal Riesling (Kühling-Gillot). Mit der süßen Schwere und den Altersaromen des Rheinhessen hatten viele ihre Schwierigkeiten, sein mild-fruchiger Kollege von der Mosel fand dagegen allgemeine Zustimmung.
Bei den Schnittlauch-Pfannkuchen mit Crème Fraiche und Confit von roten Zwiebeln herrschte das Confit geschmacklich vor und stellte damit eine echte Herausforderung an die beiden Weißen dar. Sie schlugen sich nicht schlecht – der heimliche Favorit des Abends, ein 2010er Chardonnay von Künstler, musste allerdings dem runden und komplexen Grauburgunder von Schneider den Vortritt lassen.
Als Gegengewicht zu der rahmig-milden Steinpilz-Kräuter-Suppe wurden ein 2010er Weißburgunder (Kruger-Rumpf) und ein 2010er Grauburgunder (Wittmann) ausgeschenkt. Die Säure des Weißburgunders machte ihn zum idealen Suppen-Begleiter, während der Grauburgunder durch seinen fruchtigen Schmelz eher als Solowein überzeugte.
Ein Schwertfisch in Zitronensoße wurde hervorragend ergänzt durch den 2010er „Illusion Nr. 1“ Blanc de Noir (Meyer-Näkel) und den 2010er Purple Haze (Deutzerhof). Die Präferenz lag eindeutig beim Weißherbst, der die duftige Zitrusnote der Soße aufs Feinste ergänzte, denn die Kombi Rotwein/Fisch bestätigte sich als schwierig, trotz des sehr leichten Ahr-Weins.
Das im Ofen gebackene Roastbeef mit Röstgemüsen wurde von zwei Weinen aus dem Hause Markus Schneider eskortiert. Der 2010er Rotwein alte Reben aus 100 % Portugieser überraschte die Runde mit seiner Aromenvielfalt und Würze, während der 2010er Black Print, wuchtig wie ein Franzose, das Herz der vielen Burgunder- und Rhone-Fans eroberte. Das Dessert, Eisvariationen mit Sabayone und Fruchtdekoration, überzeugte auf ganzer Linie auch ohne Weinbegleitung.